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Was ist Spam ?

In den USA wird Frühstücksfleisch in der Dose unter dem Markennamen SPAM (zusammengesetzt aus spiced ham) seit 1936 vertrieben.
Die aktuelle Bedeutung geht auf den Spam Sketch von Monty Python aus dem Jahre 1970 zurück. In einem Restaurant werden alle Gerichte nur mit (unerwünschtem) Spam angeboten, eine Gruppe von Wikingern singt immer wieder: "Spam, lovely spam, wonderful spam" und erstickt damit alle anderen Unterhaltungen.
Unter Spam wird heute die unerwünschte Zusendung von Werbe-emails verstanden, im englischsprachigen Raum wird auch UBE/UCE (Unsolicited Bulk/Commercial email) verwendet. Der Spammer sammelt zunächst möglichst viele Email-Adressen. Der Auftraggeber der Werbemails bezahlt den Spammer für den Versand, der mit Hilfe von Spam-Netzwerken erfolgt. Die Absenderadressen sind immer gefälscht und lassen in der Regel keinen Rückschluß auf den Absender zu.
In den USA ist der Spam-Anteil am gesamten email-Aufkommen von 40% im Jahre 2003 auf 73% im Jahre 2004 angestiegen. Nach einer Umfrage bei deutschen Internet-Providern sind die Prozentwerte noch weiter angestiegen (c't 11/05), seit Herbst 2005 aber leicht rückläufig. Der bei den Providern betriebene Aufwand zur Spam-Bekämpfung ist recht beträchtlich (z.B. www.spamhaus.org.), man rechnet mit volkswirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe.
Für den Endanwender verfügbare Spamfilter doktern lediglich an den Symptomen herum, bekämpfen aber nicht die Ursachen. Um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, muß man wissen, wie die Spamversender zu den Adressen kommen.

Die Sammlung der Adressen geschieht im wesentlichen auf folgende Arten:

Such-Roboter
Mit Robotern werden Internetpräsenzen systematisch nach Email-Adressen abgesucht. Dies ist besonders ärgerlich, da die Angabe von Kontaktadressen mittlerweile unabdingbar ist. Hiergegen setzen wir verschleierte Email-Adressen ein. Eine solche Adresse kann am Bildschirm ganz normal zum Email-Versand benutzt werden, sie läßt sich jedoch von Robotern nicht ohne weiteres auslesen. Mit unserer Demo-Anwendung können Sie eine solche Grafik erzeugen und herunterladen. MailSend V2 erzeugt eine Email, ohne daß der Absender die Adresse zunächst zu Gesicht bekommt.
Für Firmen mit höheren Sicherheitsanforderungen sind auch andere Lösungen verfügbar.

Aktive Eingabe
In zunehmendem Umfang verlangen Internetseiten vor Nutzung eines Angebotes eine Registrierung mit Eingabe der email-Adresse und senden dorthin einen Zugangscode. Die so erhaltene Adresse ist besonders wertvoll, da sie verifiziert ist. Gegen diese Art der Adreßsammlung sind Einmal-Adressen ein gutes Mittel. Ein Beispiel hierfür findet man bei trash-mail.de
Ebenfalls erwägenswert ist es, Seiten zu meiden, die eine Registrierung verlangen. Häufig findet man in den Suchmaschinen das Gewünschte auch so.
Eine Alternative können auch besondere email-Adressen sein, die ausschließlich für diese Zecke verwendet werden.

Manche Spam-mails enthalten Links, mit denen man seine email-Adresse aus der Liste entfernen lassen kann. Hiervon ist im Allgemeinen abzuraten! Wir zitieren hier spamhaus.org, die die Folgen perfekt beschreiben:
Wenn Sie 'Entferne mich aus der Liste' klicken, bestätigen Sie, daß ihre Email-Adresse echt ist. Sie bestätigen, daß ihr ISP diese Mail nicht gefiltert hat. Sie bestätigen, daß Sie Spam-mails öffnen und lesen und daß Sie den Anweisungen des Spammers folgen wie z.B. "click this to be removed". Sie sind ein perfekter Kandidat für mehr Spam...

Viren und andere Schädlinge
Während früher das Ziel von Viren die Beschädigung von Daten oder das Unbrauchbarmachens des PCs war, stehen heute zunehmend kommerzielle Interessen im Vordergrund:
Art Funktionsweise
Adware Lädt ständig Werbung aus dem Internet
FormgrabberLeitet Daten zu einer anderen Webiste um
Keylogger Protokolliert Tastatureingaben auf der Suche nach Paßwörtern
Pharming Perfekte Nachahmung echter Bankenseiten
Phishing Stellt gefälschte Internetseiten von Banken dar und versucht Kreditkartendaten, PINs und TANs zu stehlen
Spyware Durchsucht das System nach CD-Keys
Zombie Der PC wird vom Spammer ferngesteuert und zum Versenden von Emails mißbraucht. Nicht selten hat der Spammer 10.000 oder mehr PCs unter seiner Kontrolle.

Bestimmte Viren versuchen auf den Rechnern alle möglichen email-Adressen zu finden und verwenden diese für zukünftige Spam-Aktionen. Dies kann durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und regelmäßige Überprüfungen verhindert werden.
Wenn dagegen nicht ihr eigener, aber der PC einer ihrer email-Kontakte befallen ist, kommt man ohne eigenes Zutun in den Genuß unerwünschter Werbemails. Dieser Fall ist weit schwieriger zu behandeln, da ein Ändern der email-Adresse dann keine Abhilfe bringt. Die Vorgehensweise hängt von den Umständen des Falles ab.

Öffentliche Verzeichnisse
Jeder Domain-Inhaber wird in einer Datenbank registriert, die öffentlich zugänglich ist (whois). Deutsche Domains sind sicher gegen Spam, da außer der Adresse nichts veröffentlicht wird. In den USA, aber auch Österreich beispielweise werden für jedermann sichtbar die kompletten Kontaktdaten inklusive Telefon, Fax und Email-Adresse angezeigt.
Da die Veröffentlichung nicht verhindert werden kann, aber die Email-Adresse unverzichtbar ist, muß man entweder auf solche Internet-Adressen verzichten (.com, .net etc.) oder aber eine sonst nicht verwendete Email-Adresse benutzen, die man dann gegebenenfalls kurzfristig ändern kann.
Nach unseren Beobachtungen dauert es etwa 3 Monate, bis die ersten Spam-mails eintreffen.

Versand auf Verdacht

Finden die Suchroboter zwar ihre Internet-Präsenz, aber keine Email-Adresse, werden Spam-mails auf gut Glück versandt. Es werden hier folgende Methoden verwendet:
Vornamen-Wörterbuch
Derartige Wörterbücher enthalten einige Hundert Einträge. Vermeiden Sie vor allem englische Vornamen wie etwa frank@...
Häufig vorkommende Adressen
Vermeiden Sie folgende Email-Adressen:
admin, info, mail, postmaster, service, staff, support, team, webmaster
Brute Force
Anzahl ZeichenEmail-Adressen ca.
2 3.000
3 170.000
4 9.300.000
5 512.000.000
Email-Adressen mit 2 oder 3 Zeichen werden aus Bequemlichkeitsgründen gerne verwendet und bestehen beispielsweise aus den Anfangsbuchstaben des Vor- und des Nachnamens, z.B. vn@...
Alle möglichen kurzen Email-Adressen per Programm zu erzeugen, ist sehr einfach. Große Spammer versenden bis zu 250 Mio. emails pro Tag. Verwenden Sie deshalb Email-Adressen mit mindestens 4 oder 5 Zeichen.

Communities
Newsgroups werden von Robotern genau so durchsucht wie Foren und IRC. Es ist auch schon vorgekommen, daß Benutzer von Marktplätzen wie ebay weniger am Kaufen und Verkaufen als am Sammeln von Email-Adressen interessiert sind.
Früher waren Email-Adressen ein kostenloses Giveaway für jedermann, heute sind sie ein schützenswertes Gut.

Ausblick
Die Internet-Provider filtern nach eigenen Angaben ca. 70% der Spam-mails aus. Die Menge der beim Endanwender noch ankommenden Spam-mails ist trotz der Providermaßnahmen mittlerweile eine echte Belästigung.

Für die Zukunft dürfte sich das Problem weiter verschlimmern. Bereits heute wird an Spit (Spam-mails over Internet telephonie) gearbeitet. Dies wird durch die zunehmende und kostengünstige Verbreitung von DSL begünstigt. Informationen zur Spamentwicklung in 2006 gibt es hier.
Führt man den Gedanken weiter, kommt man zu Werbefilmen die die (virtuellen) Anrufbeantworter verstopfen werden.
Es wird neue Software geben, die Anrufroboter zu erkennen versucht... Diese Vision hat bereits Frank G. Gerigk in seiner Kurzgeschichte "Vormittags" verarbeitet (c't 11/95 !).

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